Land im Bürgerkrieg

Burma galt einst als reichstes Land Südostasiens. Es hätte auch heute noch alle Voraussetzungen dazu. Es ist fruchtbar, reich an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen, verfügt über Kunstschätze und archäologische Meisterwerke, die ihresgleichen suchen und ist von einer überwältigenden Schönheit. Das Schönste an Burma sind die Menschen. 43 Millionen leben dort auf einer Fläche, die zweieinhalb Mal größer ist als Italien. Insgesamt sind es 136 verschiedene Völker und Volksgruppen, mit ihren Sprachen und Dialekten, vielfältigen und bunten Kulturen und Traditionen. Die Menschen sind herzlich, freundlich und trotz des großen Leides fröhlich und ehrlich. Ein Lächeln von ihnen ist geschenkt und birgt noch keinen Hintergedanken.


Das Wahrzeichen Burmas: Die Schwedagon Pagode
Im Jahre 1962 hat sich der Diktator Ne Win an die Macht geputscht, das Land abgeschottet, von der Außenwelt abgeschnitten und versucht, ein sozialistisch-totalitäres Staatengebilde nach Stalins bzw. Mao Tse Tungs Vorbild zu errichten. Damals begann das Leid der verschiedenen Volksgruppen, die ja ihre Sprachen, Kulturen und Traditionen weiterleben und daher eine gewisse Autonomie im burmesischen Staatsgefüge beibehalten wollten.

Das lässt ein zentralistisches Regime nicht zu. Deshalb gibt es seit damals einen von der Weltöffentlichkeit vielfach unbemerkten Krieg, der die Assimilierung der einzelnen Völker und die Ausbeutung der wertvollen Ressourcen in deren Territorien zum Ziel hat.

Als im Jahr 1988 ein neues Militärregime - diesmal ohne ideologischem Ziel, sieht man von der persönlichen Bereicherung ab - den Diktator Ne Win ablöste, keimte kurz Hoffnung auf. Die Studenten gingen auf die Straße, um für mehr Demokratie zu demonstrieren.

Am 8.8.88 gab das Regime den Schießbefehl. Über 10.000 Studenten starben im Kugelhagel der eigenen Landsleute. Viele starben danach in den berüchtigten Gefängnissen an Folter, Zwangsarbeit, Gewalt und Krankheiten. Noch heute sind einige der Aktivisten von damals im Gefängnis, manche in verschärfter Einzelhaft.


Die Hoffnung für ein gepeinigtes Volk: Friedensnobelpreisträgerin Aung Sang Suu Kyi
Eine mutige Frau, Aung San Suu Kyi, stellte sich an die Spitze der Demokratiebewegung. Sie erreichte, unterstützt von internationalem Druck, dass im Jahr 1990 freie Wahlen durchgeführt wurden, die sie mit ihrer National League of Democracy mit über 80% der Stimmen gewann. Das Regime erkannte die Wahlen nicht an, verhaftete viele der gewählten Vertreter und stellte Aung San Suu Kyi unter jahrelangen Hausarrest. Im Jahre 1991 erhielt Aung San Suu Kyi den Friedensnobelpreis.

Ein Wirtschaftsembargo setzt dem Land und den Generälen zu, die mit einigen Zugeständnissen reagiert haben. Im Mai 2002 ließen die Machthaber endlich Aung San Suu Kyi frei und erlaubten ihr sogar, sich ungehindert im Land bewegen und ihre NLD neu zu beleben.

Die Weltgemeinschaft reagierte aber nicht so, wie die Uniformierten es sich erwarteten. Sie lockerten das Embargo nicht; zu oft waren der Westen in den vergangenen Jahren von Generälen geblendet worden. Die Junta reagierte, wie es zu erwarten war und ließ Ende Mai 2003 Aung San Suu Kyi wieder verhaften. Bei der Militäroperation starben an die 50 Menschen, darunter auch Exponenten der NLD.

Aung San Suu Kyi befindet sich seit damals in einem "Gästehaus" des Regimes. Sie hat kaum Kontakt zur Außenwelt, selbst das Internationale Rote Kreuz hat nur beschränkten Zugang zu Ihr.

Weitere Informationen zum Thema:
Aus Anlass der zehnjährigen Wiederkehr des Studentenaufstandes veröffentlichte Benno Röggla am 8.8.98 einen Artikel. Lesen Sie hier weiter.

Auf unserer Linkseite finden gibt es eine Reihe von Internetadressen, die sich vornehmlich mit dem Thema Demokratie in Burma und der Flüchtlingsproblematik beschäftigen.


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